Burg Hoheneck

Die "Weiße Frau" - Eine Erzählung aus Hohenecks vergangenen Tagen

An der Mauer der nächtlichen Burg bewegt sich eine Gestalt. So oft der Mond aus den Wolken bricht, zeichnet sich gegen das graue Gestein das bärtige Gesicht eines Mannes ab, der das vierte Jahrzehnt schon hinter sich haben mochte. Matt blinkt für einen Augenblick das Beil seiner Hellebarde auf, dann taucht eine Wolke die Gestalt wieder in geheimnisvolles Dunkel. Über das Aischtal heult ein kalter Westwind. Fauchend peitscht er die Wolkenfetzen vor sich her, rüttelt an den Läden und Türen der Burg, jault im Gebälk des Wehrganges herum und pfeift weiter durch die Kronen des Hohenecker Forstes.... weiter lesen

Burg Hoheneck - Burggeschichte

  • 1132 wird Hoheneck in einer Stiftungsurkunde das erste Mal erwähnt. Ein "Dietmar de Hohenekke" ist dort als Zeuge genannt. Hoheneck liegt im Rangau, der gräfliches Besitztum der Herren von Hohenlohe war und später in den Besitz der Hohenzollern gelangte.
  • 1246 ist eine Seckendorff´sche Linie, die sich Hohenecker von Hoheneck nannte, nachweisbar. Sie bestand aus Vasallen der Burggrafen von Nürnberg.
  • 1375 wurde die Burg an Ernst von Seckendorff verpfändet.
  • 1381 kaufte der Burggraf von Nürnberg Hoheneck zurück. Im gleichen Jahr zerstörten die Windsheimer die Burg, weil in ihr "Raubadel" wohnte.
  • 1382 muss die Stadt Windsheim auf ihre Kosten die Burg wieder aufbauen. Es wird ein burggräflicher Vogt auf Hoheneck eingesetzt, der sehr oft wechselte.
  • 1461 wird die Burg in einer Fehde des Markgrafen mit den Bischöfen von Bamberg und Würzburg durch die bischöflichen Truppen eingeäschert.
  • 1553 überfielen die Nürnberger in den Kämpfen des Markgrafen Alcibiades mit Nürnberg die Burg Hoheneck und brannten sie am 25. Juni nieder.
  • 1664 wird die Burg von Markgraf Christian Ernst wieder aufgebaut.
  • 1792 starb die Linie der Markgrafen aus und die Burg kam an die preußische Linie der Hohenzollern.
  • 1863 wurde die Burg als Amtsgebäude verwendet, nachdem sie 1810 an Bayern gekommen war. Zuletzt war sie Wohnung des Revierförsters.
  • 1866 wurde die Burg zur Hälfte auf Abbruch verkauft. Die Stadt Windsheim erhob Einspruch und hatte Erfolg damit. Ein Verein zur Erhaltung der historischen Gebäude Bayerns ließ Dach und Mauern ausbessern. burg_sw.jpg (39832 Byte)
  • 1913 mietete der Bayerische Evangelische Jungmännerbund die Burg vom Bayerischen Staat. Sie diente zur Abhaltung von Freizeiten und war Ziel von Wochenendfahrten und Wanderungen.
  • 1919 kaufte der Verleger Lehmann aus München die Burg. Er baute sie zu einem Stützpunkt des Bundes Oberland und der Nationalsozialisten aus.
  • 1936 erwarb die Reichstierärztekammer die Burg Hoheneck und baute sie zu einer Schulungsburg für Reichstierärzte um.

In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen fanden alljährlich die sog. "Hohenecker Singwochen" statt.

Impressionen eines Zeitzeugen:
"Die Tradition der "Hohenecker Singwochen" zwischen den Weltkriegen führte man in den 50er und 60er Jahren mit einwöchigen Veranstaltungen in den Sommermonaten unter Leitung von Martin Ringel (Feuchtwangen) fort. So habe ich - jetzt 45jährig - an die Teilnahme zusammen mit meinen Eltern aus Dessau (Sachsen-Anhalt) in den Jahren 60 und 61 sehr lebhafte Kindheitserinnerungen.
Chorgesang und Instrumentalgruppen im großen Rittersaal oder auf dem Rondell vor der Burg, auch unter zeitweiser Teilnahme von Professor Fritz Jöde, Volkstanz unter Anleitung von Irene Jürgens (Augsburg) auf dem Burghof, neben langen Reihen von Käfer-Volkswagen und großen Cembalo-Kisten von Walter Merzdorf. Dort auf dem Burghof gab es auch den "Steh-Kaffee" mit frischen Hörnchen unter dem riesigen Baum, der wohl einen jungen Nachfolger hat. Die urig-rustikale Atmosphäre unter den Kreuzgewölben des Speisesaals, wo sich so anheimelnd der Duft des kalten Steins mit dem der leckeren Speisen mischte, ist wohl selbst in erstklassigen Nobelrestaurants kaum nachzuerleben. Am Eingang bekam man ein Wiesenblümchen gereicht, dessen Ebenbild zum Platz an einem der gedeckten Tische führte, sodass sich stets neue Tischgemeinschaften zusammenfanden. Und nach dem Essen teilte "Röserl", die Küchenchefin, zum Geschirrabtrocknen ein. Faszinierend vor allem für Kinder, wenn Frau Windisch (Burgverwaltung) brennende Papierfetzen in den Brunnen fallen ließ, um dessen Tiefe erahnen zu lassen. "Wir geh'n schlezen" - hieß es, wenn man zum Cafe Schlez am Berghang schlemmen ging. Für mich 7jährigen Buben tabu war das große abendliche Abschlusskonzert, zu dem - aus der Sicht des Kindes - viele feine Leute mit großen Autos anreisten.
Die Abreise mit dem Schienenbus von Ipsheim im Juli 61 war dann für Jahrzehnte die letzte. In der "neuen Zeit" bin ich mal wieder dort gewesen, allerdings nur bis zum Burgtor, wo leider ein Schild die Besichtigung verwehrt.

Mit freundlichen Grüßen
Sebastian Große
aus Dessau bzw. Berlin-Köpenick"

  • 1945 wurde Hoheneck durch einen "verlorenen Haufen" verteidigt. Nach der Übergabe diente sie längere Zeit als Unterbringungsort für Kriegsgefangene. In den letzten Jahren des Krieges wurde sie zur Unterbringung wertvoller Bestände des Germanischen Museums Nürnberg verwendet. Nach dem Abtransport der Gefangenen versuchte man, Flüchtlinge unterzubringen. Gleichzeitig liefen Bestrebungen der Stadt Nürnberg, Hoheneck zu erwerben und zu einer Jugendburg auszubauen.
  • 1947 wird die Burg der Stadt Nürnberg pachtweise überlassen. Der dortige Stadtrat beschließt, sie als Jugendburg auszubauen.
  • 1948 ruft die Stadt Nürnberg einen Sonderausschuss ins Leben, der den Ausbau der Burg fördern soll. Das Hochbauamt richtet ein Baubüro auf der Burg ein und beginnt mit der Beseitigung der Schäden. Zu Pfingsten treffen die ersten Jugendgruppen ein. Über die Ferien sind nun ständig Jugendliche auf der Burg. Mit der Währungsreform gerät auch die Stadt Nürnberg in Finanznot. Der Ausbau gerät ins Stocken.
  • 1949 bezuschussen die Stadt Nürnberg, das Staatsministerium, die Regierung von Ansbach und die Stadt Neustadt a.d. Aisch den Umbau der Burg als Ort für Freizeiten, Schulungen, Erholungen, aber auch als Ort für Volkshochschularbeit, Tagungen und Kongresse. Jugendliche eines Waisenhauses, der Gewerkschaft sowie Malerlehrlinge beteiligen sich an den Instandsetzungsarbeiten.
  • 1953 kauft die Stadt Nürnberg die Burg. Sie dient als Schullandheim und Jugendherberge, vor allem aber als Erholungsheim für Kinder und Jugendliche.
  • 1977 schließt die Stadt Nürnberg das Erholungsheim, das nicht mehr rentabel arbeitet. Der Kreisjugendring Nürnberg treibt die Übernahme und den Ausbau der Jugendbildungsstätte voran.
  • 1981 überlässt die Stadt die Burg dem Kreisjugendring Nürnberg-Stadt für den Betrieb einer Jugendbildungsstätte und verpflichtet sich zur finanziellen Unterstützung der Einrichtung. Der Umbau wird von 1982 bis 1984 durchgeführt.
  • 1984 wird der Betrieb der Jugendbildungsstätte aufgenommen. Die Einrichtung steht vor allem für Jugendarbeit zur Verfügung. Der Kreisjugendring Nürnberg richtet sich mit seinem eigenen Seminarangebot an Jugendliche und Mitarbeiter in der Jugendarbeit. Darüber hinaus steht die Burg auch als Belegereinrichtung Verbänden, Institutionen, Gruppen und Schulklassen offen, die dort selbsttätig Maßnahmen durchführen wollen.
  • 1994 wird das 10-jährige Jubiläum der Jugendbildungsstätte auf Burg Hoheneck gefeiert.
 

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