Gestaltung der Ortsmitte: "Leitbilddiskussion"
Neugestaltung der Ortsmitte
Der Markt Ipsheim ist bekanntlich in das Städtebauförderungsprogramm aufgenommen worden. Im Rahmen dieses Förderprogramms sollen nicht nur Rathaus und Kastenbau saniert werden, es ist auch eine umfassende Neugestaltung der Ortsmitte vorgesehen.
Bevor von den Planern detaillierte Gestaltungsentwürfe vorgelegt werden, soll ein "Leitbild" für den Gesamtort Ipsheim entwickelt werden.
Warum ein Leitbild für Ipsheim?
Die landwirtschaftlichen Strukturen verändern sich derzeit rasch und tiefgreifend. Ipsheim wird eine erheblichen Wandel erfahren. Gleichzeitig hat die Bedeutung des Weinbaus durch Direktvermarktung und besondere Veranstaltungen zugenommen. Die Möglichkeiten im Tourismus sind unübersehbar. Hierzu gehört auch die Erhaltung und behutsame Nutzung des "Kapitals" des Ortes, der Landschaft. Möglicherweise deutet die Rückkehr des Weißstorches auf den bereits begonnenen Strukturwandel in der landwirtschaftlichen Nutzung hin.
Welche Chancen eröffnen sich nun für Ipsheim?
Ganz entscheidend für die Gestaltung der künftigen Ortsmitte ist eben diese zu erwartende Entwicklung für Ipsheim. Auch die Ortsteile gehören dazu, da sie ebenfalls indirekt betroffen sind.
Wird die Tendenz der Gemeinde mehr in Richtung Fremdenverkehr gehen, werden die Planer mehr Raum für Stellplätze, Bereiche für kleinere Veranstaltungen etc. berücksichtigen müssen. Geht die Tendenz eher in Richtung Wohnstandort, wird der Aufwertung des Wohnumfeldes hin zu mehr Aufenthaltsqualität, Spiel u.ä. Beachtung zukommen. Bleibt Ipsheim ein durch und durch von der Landwirtschaft geprägtes Dorf, wird sich die Gestaltung an den technischen Erfordernissen der Nutzfahrzeuge orientieren.
Jede Meinung zählt! Ihre Ideen sind gefragt!
Zunächst hat sich ein Arbeitskreis aus Gemeinderäten zusammengefunden und ein noch grob strukturiertes Leitbild erarbeitet, das im Rathaus aushängt und auch hier nachfolgend veröffentlicht wird. Wie denken Sie über dieses Leitbild? Wären andere Entwicklungen denkbar, muß geändert oder ergänzt werden?
Zusammenfassung der Sitzung des Arbeitskreises am 06. Juli 1998 im Rathaus des Marktes Ipsheim
| Teilnehmer: | Hans Herold, 1. Bürgermeister Dieter Rückert, 2. Bürgermeister Gerhard Düll, Gemeinderat Hans Ebert, Gemeinderat Willi Leidenberger, Gemeinderat Manfred Nußbeck, Gemeinderat Oskar Nußbeck, Gemeinderat Horst Prinzkosky, Gemeinderat Erich Schmidt, Gemeinderat Albert Wallmüller, Gemeinderat Matthias Rühl, ARGE Stadt & LAND |
Themenbereich Landwirtschaft:
Das Dorf befindet sich derzeit (1998) mitten im Umbruch. In der Landwirtschaft ist ein Strukturwandel zu verzeichnen.
Im Jahr 2020 werden noch etwa 5 Landwirte im Ort sein.
Dem Weinbau als Nebenerwerb werden Zukunftchancen eingeräumt, besonders wegen der Direktvermarktung.
Landwirtschaft im Vollerwerb und Tourismus wird nicht funktionieren, da Gäste für einen intensiv wirtschaftenden Betrieb ein Störfaktor sind. Für Nebenerwerbsbetriebe könnten Fremdenzimmer aber eine Möglichkeit darstellen
Themenbereich Tourismus:
Gewünscht wird Ausflugs- und Wochenendtourismus, da einem längeren Aufenthalt von Gästen keine Chancen eingeräumt werden. Touristen müssten aber auch qualifiziert und professionell betreut werden. Es fehlen z.B. Reitmöglichkeiten und das Angebot für Kutschenfahrten.
Die Landschaft ist das Kapital, d.h. es sollte auch das Naturerlebnis mit Information vermittelt werden. Beispiele sind: Vogelstimmenwanderungen, Biotopführungen, Storchenwiesen, Pflanzenkunde.
Neben den bisherigen Bemühungen könnten Märkte abgehalten und Feste gemeinsam gefeiert werden.
Der Ort ist derzeit zu wenig attraktiv für Gäste gestaltet.
Wichtig wäre ein Tourismuskonzept.
Themenbereich Bauen und Wohnen, Ortskerngestaltung:
Generell sollte mehr Wohnen im Ortskern selbst möglich sein (Umnutzung von Gebäuden, intensivere Nutzung von Flächen). Der Baustil soll sich jedoch dem vorhandenen dörflichen Baustil anpassen.
Hervorgehoben wurde die Notwendigkeit der Entsiegelung von Flächen, um mehr Grün in den Ortskern zu bringen. So sollten sich Vorgärten vor den Häusern an der Hauptstraße als grünes Band" durch den Ort ziehen.
Die Anzahl der Stellplätze soll sich am Normalbedarf" orientieren. Die Stellplätze sollen dezentral um den Ortskern herum angeordnet werden. Generell sollen die Parkplätze öffentlich sein.
Themenbereich einheimische Wirtschaft, Betriebe:
Eine industrielle Entwicklung ist unwahrscheinlich und wird auch nicht gewünscht. Vorteilhaft wären mehr mittelständische Unternehmen, besonders mehr Handwerker im Ort.
Die Weinvermarktung soll wie bisher über die Gastronomie und die Winzerstuben abgedeckt werden, d.h. auch keine regionale Weinvermarktung in Ipsheim.
Da der Sektor Dienstleistung unterrepräsentiert ist, soll die Einrichtung eines Existenzgründerzentrums für kleine Dienstleister" (d.h. 1 bis 2 Personen) überlegt werden, evtl. in Verbindung mit neuen Medien, Telearbeit etc.
Zum Kastenbau:
Er könnte als Museum dienen oder der Kultur oder als Markt oder ... zur Verfügung stehen. Schon wegen seiner Größe wird er aber als regionale Einrichtung gesehen. Für ausschließlich auf Ipsheim bezogene Nutzungen ist der Bau zu groß.
Ergebnis: Dieses Leitbild ist als offenes" Konzept zu verstehen. Es ist veränderbar und dient aber als grobe Leitlinie für die weitere Entwicklung des Marktes Ipsheim. Auch seitens der Bürger sollten nun weitere Ideen eingebracht werden.
Zusammengefaßt am 21.07.1998
ARGE STADT &
LAND
Würzburger Straße 52
91413 Neustadt/Aisch
Haben Sie hierzu Fragen,
Wünsche oder Anregungen?
eMail genügt!