www.ipsheim.de

Weinbau

Am Rande des "Naturparks Frankenhöhe", geschützt durch den Waldgürtel um Burg Hoheneck, schmiegen sich hinter dem westlich vorgelagerten "Kesselberg" die ausgeprägten Südhanglagen der "Hohenecker Rangen", "Höll" und "Sonnenberg". Seit dem Mittelalter wird hier auf dem roten Lehm- und blauen Keuperboden Weinbau betrieben. Der Tiefstand des Weinbaus wurde zur Jahrhundertwende erreicht, als nur noch sieben Weingärten gezählt werden konnten.
Zwar hatte in den darauf folgenden Jahren die Anwendung zeitgerechter Anbaumethoden und der Einsatz von Pflanzenschutz dem Weinbau eine gewisse Ausdehnung beschert, doch konnte dieser wegen der unzureichenden Wegeerschließung, ungeregelter Wasserverhältnisse, nicht immer standortgerechter Rebsorten sowie einer veralteten Flurverfassung nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden.
So erfolgte im Herbst 1979 die Einleitung des Flurbereinigungsverfahrens. Zur Wiederbelebung und Stärkung des traditionellen Weinbaus in Ipsheim wurden die folgenden Maßnahmen durchgeführt:

Bei der Planung der neuen Rebanlage wurde großer Wert auf Erhaltung des natürlichen Geländereliefs gelegt. Die neue Anlage wird durch zwei große Biotopflächen untergliedert.

Folgende Baumaßnahmen kamen zur Ausführung:

Für die Windschutzpflanzungen wurden standortgerechte einheimische Gehölze ausgewählt.
Insgesamt wurden 120.000 Reben der Sorten Müller-Thurgau (80 %), Bacchus (10 %), Silvaner und Kerner (10 %) entsprechend den Standortvorschlägen des Weinbaureferates der Regierung von Unterfranken angepflanzt. Die Gesamtrebfläche wird durch zwischenliegende Biotopflächen mit einer Gesamtfläche von 3,6 ha in drei räumlich abgegrenzte Weinnischen unterteilt. Zusammen mit den Schutzpflanzungen, den großen Biotopflächen sowie der Bepflanzung von Wegböschungen, Gräben und Rückhaltebecken konnten die Rebflächen gut in das Landschaftsbild eingebunden werden. So dienen die Pflanzungen gleichzeitig der Verbesserung des Kleinklimas in den Weinbauflächen.
Ein Teil der Weinbergwege ist in das markierte Wanderwegenetz des "Naturparks Frankenhöhe" einbezogen. Außerdem bilden sie heute den Wein-Wander-Weg.
Aussichtspunkte und Sitzgruppen runden das Freizeitangebot der Weinlage ab. Neben der Anlage von Rast- und Aussichtspunkten wurden die Belange des Weinfreundes und Spaziergängers durch folgende ergänzende Maßnahmen besonders berücksichtigt:

Die Gesamtkosten der Weinbergflurbereinigung Ipsheim betrugen 6,3 Mio. DM und wurden zu 46 % durch die beteiligten 68 Winzer in Eigenleistung erbracht. Die restlichen 54 % wurden durch Zuschüsse des Bundes und des Freistaates Bayern finanziert.
(Auszug aus der Broschüre: "Flurbereinigung in Bayern, Neuordnung der Weinlagen bei Burg Hoheneck, Flurbereinigung Ipsheim 2, Lkr. Neustadt a.d. Aisch - Bad Windsheim", herausgegeben von der Flurbereinigungsdirektion Würzburg.)
Nach Durchführung der Weinbergflurbereinigung erlangte der Weinanbau in Ipsheim wieder eine immer größer werdende Bedeutung.
Am 06.05.2000 fand der symbolische Pflanzakt für den bis jetzt einmaligen Europa-Weinberg auf dem "Sonnenberg" statt. Der Kreisvorsitzende der Europa-Union Deutschland, Horst Koydl, möchte damit das Zusammenwachsen Europas auf ganz besondere Weise


gedruckt am  06.12.2019
www.ipsheim.de