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Geschichte des Marktes Ipsheim

Der Marktflecken ist um 600 als "Heim des Ippeto" von den aus dem Westen eindringenden Franken gegründet worden. Ipsheim wird allerdings erst 1189 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der fruchtbare Boden, gutes Weideland, der Wald im Hintergrund und schließlich die Kreuzung zweier wichtiger Wege (eine Verbindung Frankenhöhe quer durch das Aischtal zum Steigerwald und Main und die im Talgrund verlaufende Straße, die das obere mit dem unteren Aischtal verband) förderten die rasche Entwicklung zum Haufendorf.
So nahm Ipsheim schon frühzeitig im Verhältnis zu den umliegenden Siedlungen eine herausgehobene Stellung ein. Dazu trug wesentlich die Reichsburg Hoheneck oberhalb des Dorfes bei, die seit 1132 urkundlich belegt ist. Im 13. Jahrhundert hatten die zollerischen Burggrafen von Nürnberg die Gegend unter ihre Herrschaft genommen. Sie und ihre Vasallen auf der Burg Hoheneck, die Seckendorffs, wurden dann auch die wichtigsten Grundherren in Ipsheim. Bei der Teilung des Burggraftums 1437 fiel Ipsheim dem Fürstentum Kulmbach/Bayreuth zu. 1810 wurde Ipsheim mit dem Fürstentum Bayreuth in das Königreich Bayern eingegliedert.
Dorf und Burg wurden mehrmals zerstört, so im Städtekrieg 1381 und in den beiden Markgrafenkriegen 1449 und 1553. Im Bauernkrieg 1525 lässt der Markgraf im Dorf 10 aufständische Bauern hinrichten. Schwer muss das Dorf im 30-jährigen Krieg leiden. Im Zweiten Weltkrieg ist die Hälfte der Ipsheimer Soldaten gefallen, das Dorf blieb jedoch unzerstört. Am 14. April 1945 wurde es von den Amerikanern besetzt.
Zwischen 1571 und 1581 lässt der Markgraf im Dorf einen "Kasten" errichten. Fortan liefern die dem Markgrafen zinspflichtigen Bauern des Kastenamtsbereiches ihre Abgaben in Ipsheim ab. Das Kastenamt in Ipsheim wird 1797 unter preußischer Herrschaft (von 1792 bis 1810) zum Kammeramt, in der bayerischen Zeit Rentamt, bis es nach 1862 nach Windsheim verlegt wird. Der mächtige Kastenbau erinnert noch heute an Ipsheims bedeutendste Zeit und ist zu einem Wahrzeichen des Dorfes geworden.
Um 1780 hat Markgraf Carl Alexander für das Kastenamtspersonal ein repräsentativeres Amtsgebäude errichten lassen. Im Zuge der Gebietsreform 1971/1980 richten die Ipsheimer für die neu gebildete Einheitsgemeinde dort ihr Rathaus ein. Seit 01.05.1978 besteht der Markt Ipsheim mit rund 2.000 Einwohnern und einer Gesamtfläche von 42 qkm.
Eine besondere Ipsheimer Pionierleistung war die Gründung einer Überlandzentrale 1907. Sie versorgte schließlich 128 Ortsnetze mit Strom. Wie zu Zeiten des Kastenamts war Ipsheim wieder Mittelpunkt eines beträchtlichen ländlichen Bereiches. Am 01.01.1967 wurde die Überlandzentrale von der Fränkischen Überlandwerk AG übernommen.
Der Gründung des Zisterzienserklosters Heilsbronn im Jahre 1132 durch Bischof Otto von Bamberg verdankt Ipsheim zwei wichtige Vorgänge seiner Heimatgeschichte:
Zum ersten Mal wird Hoheneck urkundlich erwähnt. Einer der zehn Zeugen des bedeutsamen Gründungsaktes ist "Dietmar de Hohenekke". Er muss ein bedeutender Mann in der Region gewesen sein, da er zu dem wichtigen Gründungsakt hinzugezogen wurde.
Im Jahr 1189 taucht in einer Urkunde des Klosters zum ersten Mal die Ortsbezeichnung "Ipsheim" auf: Ein Streit zwischen dem jungen Kloster und dem Pfarrer von (Markt) Erlebach um den Zehnten einiger Dörfer wird mit Zustimmung des Bischofs Godefried von Würzburg gütlich geregelt. Unter den Zeugen ist ein "Cunradus de ippetesheim" aufgeführt. Der schreibende Mönch hat das lateinische de (= von) irrtümlich mit dem Ortsnamen ippetesheim zusammengezogen.
Unterhalb des Urkundentextes ist von anderer Hand, auch in lateinischer Sprache, hinzugefügt: "Geschehen im Jahre der Fleischwerdung des Herrn 1189 während der Regierung des ruhmreichsten Kaisers Friedrich". Gemeint ist hier Kaiser Friedrich I. Barbarossa.
Die Urkunde ist auf Pergament geschrieben und mit einem durchgedrückten restaurierten Siegel versehen. Damit hat Ipsheim seine Geburtsurkunde, wenn auch sehr verspätet und nicht ganz korrekt geschrieben.
Der erste urkundlich erwähnte Ipsheimer trägt also den urfränkischen Namen Konrad. Es ist nichts Näheres über ihn bekannt. Er war kein Kleriker, denn in der Urkunde wird er unter den "Laien" aufgeführt. Er muss aber ein angesehener und bekannter Mann gewesen sein, sonst hätte man ihn nicht zu einem Schiedsspruch, bei dem es um beträchtliche Einkünfte ging, als Zeuge hinzugezogen.


gedruckt am  24.07.2019
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