Der Ortsteil Weimersheim

Heimatort der Fränkischen Weinkönigin 1997/1998

Der kleine Ort Weimersheim (zu dem Heim des Winimar = Personenname) ist spätestens seit dem Jahre 1971 aus einem Dornröschenschlaf erwacht, als der Jungfernwein des "Weimersheimer Roter Berg" nach einem ungewöhnlich langen, sonnigen Herbst reifte und mit seinen hohen Oechsle-Graden die Prominenz in den Ort lockte. Heute ist die kleine malerische Weinbaugemeinde Weimersheim, nicht nur als Wohngemeinde der Fränkischen Weinkönigin 1997/1998, Martina I., für jeden Frankenwein-Liebhaber zu einem festen Begriff geworden.
Wo sich früher Fuchs und Hase "gute Nacht" sagten, streben in der warmen Jahreszeit viele Wandergruppen der "Winzerstube" zu, um sich einen "Weimersheimer Roter Berg" munden zu lassen.
Im Jahre 1968 wurde die angesetzte Weinbergsflurbereinigung mit Neuanlage aller Weinlagen und dem Ausbau etlicher herrlicher Weinbergs- und Aussichtswege erfolgreich abgeschlossen. Fachleute lobten die imposante und landschaftsverträgliche Maßnahme.
Die Gemeinde hatte es sich 1,2 Millionen Mark kosten lassen, um die 10,4 Hektar große Fläche mit 50.000 Rebstöcken neu zu bepflanzen, wobei man fast ausschließlich auf die Sorte Müller-Thurgau setzte. Die erste Goldmedaille gab es für den Jahrgang 1971. Sie sollte nicht die einzige bleiben. Der Jungfernwein dieser Lage machte bereits in den ersten Jahren mit hohen Qualitätsauszeichnungen Furore und auch heute noch sind aus dieser Lage immer wieder Spitzenweine mit Auszeichnungen bis hin zur "Goldenen Weinmedaille" üblich. Seitdem ist der Weinbau einer der Haupterwerbszweige des Dorfes mit seinen zwanzig Anwesen und 85 Einwohnern geworden.
Während in den letzten Jahrzehnten die Gebiets-Winzergenossenschaft Franken (GWF) den Ausbau aller Weine innehatte, werden heute bereits etliche Hektar Rebfläche auch von Privatwinzern im Winzerbetrieb ausgebaut und direkt
Auf der Weinlage werden heute die Sorten Müller-Thurgau, Bacchus, Silvaner und Kerner sowie die Rotweinsorten Dornfelder und Spätburgunder angebaut.
Der "Weimersheimer Rote Berg" ist unter Weinfreunden eine beliebte und bekannte Weinlage. Die Rebanlage schmiegt sich im Osten der weiten Windsheimer Bucht anmutig an eine sonnenverwöhnte Südlage des mächtigen Berganstiegs zum Naturpark Frankenhöhe. Hier an der bekannten "Mailheimer Steige" wächst am Südhang der köstliche Wein der Weinlage "Weimersheimer Roter Berg".
Rund zehn Jahre nach der Anlegung des Weinberges wurde die Weinbauvereinigung Weimersheim gegründet. Seitdem kürt der Verein jedes Jahr seine eigene Weinprinzessin und feiert alljährlich im Mai am Wochenende vor Christi Himmelfahrt sein traditionelles Weinfest. Nahezu jeder Einwohner von Weimersheim ist in irgendeiner Form mit dem Wein beschäftigt. So gesehen, hat die Gemeinde "auf das richtige Pferd gesetzt".
Lange Zeit war Weimersheim Ortsteil der Gemeinde Mailheim. Heute gehört es zu Ipsheim, wohin auch die Kinder zur Schule gehen. Früher mussten die Schüler nach Jobstgreuth zum Unterricht laufen. Nicht gerade angenehm, denn der Weg führte durch den Wald und war im Winter oft nicht geräumt.
1342 taucht der Ort erstmals urkundlich im Einkünfteverzeichnis des Stiftes St. Gumbert zu Ansbach auf: Weymersheim. Etwa 1360: Urbar des Burggrafentums Nürnberg: "Aufstellung der Gilten zu Weimmersheim" ... "Dannoch sint drey (Äcker), die ligen wüst". 1393: Das Augustinerkloster zu Windsheim verpflichtet sich, "für Margreth Betzoldin aus Weimerßheim gegen eine Ewiggilt einen Jahrestag zu halten". 1393 erhält das Kloster für einen Jahrtag aus zwei Morgen Weingarten, "gelegen bey dem Dorf Weimerßheim und genannt der groß Weingart", eine Ewiggilt.
1393 bis 1395: Als Bürgermeister der äußeren Stadt genannt im ältesten Zinsmeisterbuch von Windsheim: Steheller von Weinmersheim. 1409 verkauft Burggraf Friedrich VI. von Nürnberg unter anderem den Zehnten zu Weymersheim bei Windsheim an den Landkomtur des Deutschen Ordens der Ballei Franken.
1412, Ansbacher Lehenbuch: "Hans von Seckendorff zu Tetelsaw hat zu Weimersheim Hansen Schollen hub vnd zwen Morgen Weinwahs daselbst". 1419: Deutschmeister, Landkomtur und die Komture der Ballei Franken des Deutschen Ordens geben dem Komtur des Hauses Nürnberg, für das Geld, das er ihnen für den Kriegszug gegen die Preußen leiht, unter anderem den Zehenten zu Wimersheim. 1454, Ansbacher Lehenbuch: Hilpolt, Jorg und Sebastian von Seckendorff haben ein "gut zu Weynmerßheym und zwei Morgen Weingarten daselbst".
1463 stiftet Hylpollt von Sekkendorff dem Augustinerkloster zu Windsheim Gilten von Gütern zu Weinmerßhaim für eine Ewigseelmesse; 1506, Ansbacher Lehenbuch: Jacob von Seckendorff hat ein "Gut zu Weymmersheim, zwenn morgen Weingarten daselbs"; 1545 schwört Asmus Schneid von Weimersheim der Stadt Windsheim Urfehde wegen Raufhändel und Ungehorsams; 1588: Der Weyl Weimerßheim liegt in der Fraisch des brandenburgischen Amtes Hoheneck und ist dem Amt zins-, gilt- und vogtbar; 1591: "Weimmerßheim mit XVII Mannschaften gehört in die Pfarrei Ipsheim", - 1686: Saalbuch Obernzenn II: "Weimersheimb ... Georg Beimar, itzo Georg Winter Hat Ein Guth, darauf stehet Hauß und Scheuren, sambt der Hofraith; gibt jährliche Gilten."
Anfang des 18. Jahrhunderts hat Weimersheim "13 bayreuthische, einen windsheimischen und zwei adelig Untertanen". 1760 ist der Ort auf der Karte von Homann mit Weimersheim angegeben. Die heutige Schreibweise hatte sich durchgesetzt.
Bereits 1393 wird, wie eben dargestellt, von einem Weingarten von zwei Morgen, bei Weimersheim gelegen, berichtet. Die Weimersheimer setzen heute also folgerichtig eine alte Tradition fort. Genau 600 Jahre später, 1993, bestach der "Weimersheimer Roter Berg" durch seine außergewöhnliche Qualität, die ihm eine Goldmedaille und das DLG-Gütezeichen einbrachten. Fachleute schwelgten in den höchsten Tönen und sprachen gar von einem "Jahrtausendwein".Weinlese
Schon in den frühen Jahrzehnten dieses Jahrhunderts wurde Weimersheim unter Weinfreunden deshalb sehr bekannt, weil hier in jedem Haus, in jedem Winzerhof eine Häckerbewirtschaftung betrieben wurde und der Weinfreund überall willkommen war. Manche Gäste machten bei einem Besuch in jedem Haus eine Einkehr - die Stimmung war weinfreundlich! Heute lädt die gemütliche "Winzerstube" zur Rast, Einkehr und Weinprobe ein!
Der Weinort Weimersheim liegt geschützt in der engen Talzunge wohlbehütet zwischen zwei Höhenrücken des Mäusbergs und des Läutersholz. Ein paar Schritte nur sind es bis zur imposanten Burg Hoheneck und den benachbarten Ipsheimer Weinlagen.
Seit Neuestem besitzt Weimersheim auch eine "richtige" Sehenswürdigkeit: Die Weimersheimer Glocke.
Der Autofahrer und Wanderer - von Nürnberg über Markt Erlbach kommend - ist auf der Anhöhe des Mäusberges vom herrlichen, weiten Blick in die Windsheimer Bucht, in das breite Aischtal und von den lieblichen Weinbergen, immer wieder begeistert. Wer diese herrliche Weinlage, eingebettet in ein romantisches Seitental, umrahmt von Wäldern, ganz besonders genießen will, der sollte entlang der Panorama-Weinbergwege eine 1- bis 2-stündige Rundwanderung unternehmen!
Für Wanderer, die größere Strecken zurücklegen wollen, bieten sich 3 Fernwanderwege an, die Weimersheim berühren:

  • Fernwanderweg "Blaustrich" von Bad Windsheim über Emskirchen bis Erlangen,
  • Markierung "Roter Flieger" von Feuchtwangen bis Abtswind/Geiselwind,
  • Markierung "Rotes Andreaskreuz" von Ipsheim über Markt Erlbach bis Fürth.
  • Die Radfernwege "Aischtalradweg" von Rothenburg o.d. Tauber bis Bamberg und der "Aurachtalweg" von Erlangen bis Bad Windsheim führen bis in die Nähe der Weinlage, die Radrundwege "NEA 2 und 11" unmittelbar an die Weinberge.
 

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