Der Ortsteil Eichelberg

"Zu dem mit Eichen bestandenen Berg": Die im Hochmittelalter einsetzende schriftliche Überlieferung des Ortsnamens präsentiert bereits seine seitdem unverändert gebliebene Schreibform.
Wie aus dem noch bis in die neuere Zeit (1596) hineinreichenden Gebrauch des Zusatzes "zum", "am" oder "zu" vor dem Ortsnamen hervorgeht, scheint derselbe lange Zeit auch als Lagebezeichnung empfunden worden zu sein. Dies wohl aufgrund seiner Nähe zu Flurnamen mit Eich-, Eichen-, oder Eichel- als Bestimmungsort.
Bis zum Jahre 1972 bildete Eichelberg zusammen mit Holzhausen, Bühlberg und Hoheneck die politische Gemeinde Eichelberg. Seit 1972 ist der Ort Gemeindeteil von Ipsheim. Eichelberg liegt an der Straße von Ipsheim nach Linden auf der Frankenhöhe, etwa zwei Kilometer vor deren steilen Abfall zum Aischgrund.
Im Gemeindearchiv ist nichts über die Gründung der Gemeinde vermerkt. Erste Nennungen stammen aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts.
Eichelberg hatte bis 1972 vorwiegend landwirtschaftliche Struktur.
Es gibt eine moderne Speisegaststätte mit Pension.
Einer über 50 Jahre alten Tradition folgend, kommen die Dorffrauen in den Monaten Oktober bis März sechsmal mit ihrem Pfarrer zur Bibelstunde in der Wirtschaft zusammen. Die jüngeren Frauen treffen sich darüber hinaus regelmäßig mit ihrer Ortsbäuerin in der Wirtschaft in Holzhausen.
Die jüngeren Kinder fahren nach Ipsheim zur Schule, die älteren Jahrgänge nach Bad Windsheim. Früher einmal mussten die Kinder alle nach Jobstgreuth zur Schule laufen. Im Winter folgten sie dabei einer Fußspur, die von den Erwachsenen getreten wurde.
In den Jahren 1976 bis 1989 führte Eichelberg zusammen mit Oberroßbach, Unterroßbach, Beerbach, Walddachsbach, Bühlberg und Holzhausen eine umfangreiche Flurbereinigung durch, bei der auch die Kanalisation des Ortes saniert und ein Kinderspielplatz errichtet wurde. Ein Gedenkstein vor dem Ort erinnert daran. Mit einer großen Feier wurde dieses Ereignis, das in bestem Einvernehmen abgelaufen war, beschlossen.
In Eichelberg gibt es zahlreiche Kirschbäume. Sie gedeihen auf dem sandigen Boden sehr gut. Einige Bewohner betreiben Weinbau. Die Weinberge um Burg Hoheneck mit ihrer herrlichen Fernsicht in das ganze Aischtal und die Wälder um Eichelberg laden zum Wandern ein. Deshalb sind im Sommer viele Fremde im Ort, um in der Gastwirtschaft zu speisen oder auch zu übernachten.
Die Kriege forderten auch von Eichelberg einen hohen Blutzoll. Allein im ersten Weltkrieg hatten die Gemeinden Bühlberg, Holzhausen und Eichelberg 13 Tote zu beklagen. Der zweite Weltkrieg forderte von Eichelberg drei Tote und drei Vermisste. Eine Inschrift auf dem Kriegerdenkmal in Ipsheim erinnert an die Opfer und nennt ihre Namen. Noch in den letzten Kriegstagen des zweiten Weltkrieges starb ein junger Pole unter der Haustüre der damaligen Gastwirtschaft Brater und ein deutscher Panzer wurde am Ortsrand zerschossen.
Heute hat Eichelberg 17 Anwesen und etwa 55 Einwohner. In einer Notiz des Königlichen Landgerichtes Windsheim steht: "Eichelberg, Gemeindevorsteher Georg Treuheit, 13 Häuser, 17 Familien, 81 Seelen". Die Häuserzahl hat zugenommen, die Einwohner sind weniger geworden.
Erstmals erscheint Eichelberg 1303 bis 1313 in den Würzburger Lehenbüchern: "Heinrich de Tennenloch tenet 6 mansos in villis Eichelberg et Holczhusen". 1317 bis 1322, ebda.: "Her. filius Tauberlini de Hohenecke tenez duo predia in Eychelberg et unum in Daspach". 1322 bis 1333, ebda.: "Jo. de Hoheneck miles recepit ... in villa Eychelberg 5 mansus ..., redditus 3 lb h ibidem, decimam novalium ibidem".
1410 verkauft Hertlein Franck zu der Linden dem Kloster Heilsbronn sein Eigengütlein zu Aichelberg. 1342 Im Salbuch des Klosters Heilsbronn sind die ins Kastenamt Neuhof/Zenn gehörigen Klostergüter zu "Eychelperg" verzeichnet. 1558 verkaufen Albrecht und Georg, Grafen von Hohenlohe, an Windsheim ihre Eigenleute, Zinsen und Gilten, die sie zu Ypsenn (Ipsheim), Aychelberg und Obern Laymbach gehabt haben und die vorher Lehen des sel. Götz Teuerlein waren. 1588: Der Weyler Eichelberg gehört ins Oberamt Hoheneck. 1591: Aichelberg mit VIIII Mannschaften gehört in die Pfarrei Ipsheim. 1596 nimmt Georg Mercklein, zum Aichelberg wohnhaft, sein Gut zum Aichelberg von Windsheim zu Erblehen in Empfang. Anfang des 18. Jahrhunderts hat Aichelberg im Oberamt Hoheneck sieben Bayreuthische und drei Windsheimer Untertanen. 1718: Ein "Söldnergut und ein Propfhaus in Aichelberg" gehören ins heilsbronnische Amt Neuhof/Zenn. 1735: "Eichelberg bey Hoheneck" untersteht der Jurisdiktion Culmbach. 1799 bis 1804: Aichelberg, auch Eichelberg, ein "bayreuthisches Dorf unweit Ipsheim, wohin es auch eingepfarrt ist ... daselbst wohnen auch drei windsheimische Untertanen."

 

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