www.ipsheim.de

Burg Hoheneck

Die "Weiße Frau" - Eine Erzählung aus Hohenecks vergangenen Tagen

An der Mauer der nächtlichen Burg bewegt sich eine Gestalt. So oft der Mond aus den Wolken bricht, zeichnet sich gegen das graue Gestein das bärtige Gesicht eines Mannes ab, der das vierte Jahrzehnt schon hinter sich haben mochte. Matt blinkt für einen Augenblick das Beil seiner Hellebarde auf, dann taucht eine Wolke die Gestalt wieder in geheimnisvolles Dunkel. Über das Aischtal heult ein kalter Westwind. Fauchend peitscht er die Wolkenfetzen vor sich her, rüttelt an den Läden und Türen der Burg, jault im Gebälk des Wehrganges herum und pfeift weiter durch die Kronen des Hohenecker Forstes.... weiter lesen

Burg Hoheneck - Burggeschichte

In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen fanden alljährlich die sog. "Hohenecker Singwochen" statt.

Impressionen eines Zeitzeugen:
"Die Tradition der "Hohenecker Singwochen" zwischen den Weltkriegen führte man in den 50er und 60er Jahren mit einwöchigen Veranstaltungen in den Sommermonaten unter Leitung von Martin Ringel (Feuchtwangen) fort. So habe ich - jetzt 45jährig - an die Teilnahme zusammen mit meinen Eltern aus Dessau (Sachsen-Anhalt) in den Jahren 60 und 61 sehr lebhafte Kindheitserinnerungen.
Chorgesang und Instrumentalgruppen im großen Rittersaal oder auf dem Rondell vor der Burg, auch unter zeitweiser Teilnahme von Professor Fritz Jöde, Volkstanz unter Anleitung von Irene Jürgens (Augsburg) auf dem Burghof, neben langen Reihen von Käfer-Volkswagen und großen Cembalo-Kisten von Walter Merzdorf. Dort auf dem Burghof gab es auch den "Steh-Kaffee" mit frischen Hörnchen unter dem riesigen Baum, der wohl einen jungen Nachfolger hat. Die urig-rustikale Atmosphäre unter den Kreuzgewölben des Speisesaals, wo sich so anheimelnd der Duft des kalten Steins mit dem der leckeren Speisen mischte, ist wohl selbst in erstklassigen Nobelrestaurants kaum nachzuerleben. Am Eingang bekam man ein Wiesenblümchen gereicht, dessen Ebenbild zum Platz an einem der gedeckten Tische führte, sodass sich stets neue Tischgemeinschaften zusammenfanden. Und nach dem Essen teilte "Röserl", die Küchenchefin, zum Geschirrabtrocknen ein. Faszinierend vor allem für Kinder, wenn Frau Windisch (Burgverwaltung) brennende Papierfetzen in den Brunnen fallen ließ, um dessen Tiefe erahnen zu lassen. "Wir geh'n schlezen" - hieß es, wenn man zum Cafe Schlez am Berghang schlemmen ging. Für mich 7jährigen Buben tabu war das große abendliche Abschlusskonzert, zu dem - aus der Sicht des Kindes - viele feine Leute mit großen Autos anreisten.
Die Abreise mit dem Schienenbus von Ipsheim im Juli 61 war dann für Jahrzehnte die letzte. In der "neuen Zeit" bin ich mal wieder dort gewesen, allerdings nur bis zum Burgtor, wo leider ein Schild die Besichtigung verwehrt.

Mit freundlichen Grüßen
Sebastian Große
aus Dessau bzw. Berlin-Köpenick"


gedruckt am  07.12.2019
www.ipsheim.de