3. Schulhaus, Ipsheim

Am 20. November 1993 feierten die Ipsheimer das 100-jährige Bestehen ihres Schulgebäudes sowie seinen ununterbrochenen Schulbetrieb, der am 02.11.1893 feierlichen Einzug in den stattlichen Neubau mit drei Schulzimmern und zwei Lehrerwohnungen gehalten hatte.

Die Durchschnittszahl der Schüler war nach 1888 auf 115 Werktags- und 41 Sonntagsschüler angestiegen. Die Lehrer beklagten ständige Störungen: „So treibe der nebenan wohnende Seilermeister und Kühbauer seine Kühe über den Kirchhof in den Stall und wieder heraus. Das Vieh streiche dabei an drei Seiten um das Schulhaus herum.“ Die Klassenzimmer wurden damals mit Holz und Kohle beheizt, das Lehrerpult ruhte noch auf einem Podest und die Böden bestanden aus geölten Dielen. Die Schüler fertigten ihre Hefteinträge in deutscher Schrift, die körperliche Züchtigung galt als übliches Erziehungsmittel.

Die Schule erlebte zahlreiche Veränderungen in ihrer Organisationsform:

Zunächst wurden in der evangelisch-lutherischen Volksschule die Jahrgänge 1-7 in drei Klassen unterrichtet. Außerdem diente das Schulgebäude auch einer sogenannten Volksfortbildungsschule, die später in eine landwirtschaftliche Berufsschule umgewandelt und 1956 nach Bad Windsheim verlegt wurde.

Im Jahre 1938 wurde die Volksschule in eine Gemeinschaftsschule umgewandelt, sie wurde also gemischt-konfessionell. 1963 wurde Weimersheim dem Ipsheimer Schulsprengel zugeordnet, zu dem bereits Holzhausen und Bühlberg gehörten. Zu dieser Zeit fuhren noch keine Schulbusse, die Schüler mussten bei jedem Wetter zu Fuß kommen. Im Jahre 1967 wurde eine achtklassige Verbandsschule gegründet. Auch Lenkersheimer Kinder sollten im Rahmen eines Schulversuchs die Schule in Ipsheim besuchen, zwei Jahre später wurde Lenkersheim dem Ipsheimer Schulsprengel zugeordnet. Damals besuchten 317 Schüler aus allen heutigen Ortsteilen und Lenkersheim die Volksschule Ipsheim. 1970 wurde aus der Volksschule eine Grund- und Teilhauptschule mit sechs Klassenstufen Die Klassenstufen 7-9 sollten die Hauptschule in Bad Windsheim besuchen, aus Platzgründen verblieben aber die Klassen 7-8 in Ipsheim. Die Volksschule Ipsheim wurde im Jahre 1977 zunächst aufgelöst, die Klassen 1-6 ordnete man Dietersheim zu. Im Juli 1980 beschloss die Regierung von Mittelfranken, eine Grundschule mit den Klassen 1-4 in Ipsheim zu gründen. Mit Dietersheim zusammen gründete man einen Schulverband, so dass Hauptschüler einiger Klassen aus Ipsheim die Dietersheimer Hauptschule besuchen konnten. Im Jahre 2007 wurde dieser Schulverband aus wirtschaftlichen Gründen aufgelöst. Die Hauptschüler aus Ipsheim wurden der Hauptschule Bad Windsheim zugeteilt, die Dietersheimer Hauptschüler kamen nach Neustadt.

Das Schulgebäude mit dem großen Schulhof und seinem alten Baumbestand hatte sich über die Jahrzehnte verhältnismäßig gut erhalten. Im Jahre 1980 hatte man es schon einmal grundlegend und zeitgemäß renoviert (neue Fußböden, neue Fenster, moderne Heizungsanlage) und trotzdem den ursprünglichen Charakter des Gebäudes erhalten. Im April 1999 begann man erneut eine Sanierung des Schulgebäudes. Das undichte Dach wurde neu gelattet und eingedeckt, die nicht mehr benötigten Kamine abgebaut, was für mehr Raum im Schulhaus sorgte. Die Unterrichtsräume wurden renoviert, die teils überalterte Möblierung ausgetauscht.

Im Schuljahr 2000/2001 waren erstmals so viele Schulanfänger angemeldet worden, dass es zwei erste Klassen geben musste. Im Mai 2001 investierte die Gemeinde Ipsheim in vier Computer, um an der Schule den Umgang mit den neuen Medien zu lehren, später wurde ein noch besser ausgestatteter Multimedia-Raum eingerichtet. Seit 2008 steht für die Schüler eine Mittagsbetreuung mit Mittagessen und Hausaufgabenhilfe zur Verfügung, von der 80-90 % der Schüler profitieren. Ab dem Schuljahr 2014/2015 wird als Pilotprojekt eine flexible Grundschule mit einer Eingangsstufe (= 1. + 2. Klasse) gegründet, die je nach Entwicklungsstand der Schüler in 1, 2, oder 3 Jahren absolviert werden kann.

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Das Projekt "Besucherlenkung und Information im Weinort Ipsheim" wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).

 

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