4. "Wallhäusla", Ipsheim

Westlich am Ortsrand (Schulstraße) liegt eine größere Turmhügelanlage. Die Insel bildet ein Rechteck von 50 m Länge und 40 m Breite. Der Wassergraben ist 7 m breit und ca. 2 m tief. An den Ufern ist er mit Bäumen bestanden. Der Zugang zur Insel erfolgt über eine Brücke. Nach einer 3 m breiten Terrasse erhebt sich die Insel 1 ½ m über ihre Umgebung. Ihr Wall am Rand war einmal ca. 3 m breit. An mehreren Stellen stieß man im Erdreich in ca. ½ m Tiefe auf Schichtsteine von oft beträchtlicher Größe ohne Mörtel, sodass man annehmen muss, dass sich diese Schichtsteine um die ganze Insel ziehen. Nur durch planmäßige Grabungen ließe sich das feststellen. Die Schichtsteine sind harter Blasensandstein, der ja bei Hoheneck ganz in der Nähe zu finden ist. Sie haben dem darüber liegenden Erdwall größere Festigkeit und besseren Halt gegeben. Sicher waren diese Schichtsteine an der Außenseite des Erdwalles sichtbar und sind jetzt durch abgerutschtes Erdreich des Walles verdeckt. Auffallend ist, dass man dem harten Blasensandstein vor dem weichen Schilfsandstein, der ebenfalls unterhalb Hoheneck vorhanden ist, den Vorzug gegeben hat.

In der Mitte der Insel steht ein massives Gartenhaus mit quadratischer Grundfläche. Die große Tür findet sich in der Ostwand, war aber ursprünglich in der Westwand, was heute noch deutlich zu sehen ist. Jede Seite weist ein großes Fenster auf. Über der Tür sieht man ein verblasstes, vierteiliges Wappen mit den vier Buchstaben GAAB und der Jahreszahl 1723. Ein kleineres, vierteiliges, ovales Wappen befand sich in der gleichen Straße an Hausnummer 10 mit der gleichen Jahreszahl 1723. Hier ist die Farbe noch erhalten. Feld 2 und 3 ist Silber, Feld 1 und 4 schwarz. Wir haben hier das Hohenzollernwappen vor uns. In Ipsheim befand sich ein Kastenamt für die Verwaltung des Besitzes des Markgrafen von Bayreuth. Hausnummer 10 und 11, letzteres der Insel gegenüber, gehörten auch dem Kastenamt. Das Gartenhaus ist ganz unterkellert, der Keller 1,6 m hoch und vollkommen trocken, obwohl der Kellerboden noch unter der Wasseroberfläche des Grabens liegt. Der Wasserzulauf kam früher von der „Lach“, nach der Flurbereinigung direkt von der Aisch. Zur Zeit der Errichtung der Wehranlage müssen wir die ganze Umgebung im Westen und Nordwesten als Sumpfgebiet annehmen. Das beweisen die Flurnamen „Seewiesen, Kalte Wiesen, Nonnenboden, Eichenwiesen“. In den Flurkarten sind sie heute noch als feuchte Wiesen vermerkt.
Das Wallhäusla befindet sich heute in Privatbesitz und wird als Gartenhaus genutzt.

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Das Projekt "Besucherlenkung und Information im Weinort Ipsheim" wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).

 

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