16. Bergkirche "St. Michael", Kaubenheim

Die St. Michaelskirche oder Bergkirche, wie sie auch genannt wird, dürfte der Weiterbau einer Burgkapelle aus dem 11. oder 12. Jahrhundert sein. Der Standort dürfte gewählt worden sein, weil die Bestattung im Tal und damit das Anlegen eines Friedhofs wegen des wasserreichen sumpfähnlichen Gebietes nicht möglich war.
Die Legende erzählt, dass die Kaubenheimer das Bauholz für eine Kirche im Tal drei Mal vorbereitet hatten aber dieses sich am darauffolgenden Morgen jeweils auf dem Berg befand, sodass man dies schließlich als ein göttliches Zeichen für den Standort der Kirche akzeptierte.
Geschichtlich verbürgt ist, dass 1529 Pfarrer Johann Georgi aus Hof als erster evangelischer Pfarrer seinen Dienst antrat. Die Kirchenbücher beginnen mit dem Jahr 1533. Die Messingtaufschale aus dem Jahr 1559 ist heute noch in Gebrauch und stellt Adam und Eva im Paradies dar.
Von der alten Michaeliskirche ist nur noch der Chorraum vorhanden, der unter dem massiven Kirchturm (Inschrift: 1696 C E M Z B – Carl Ernst Markgraf zu Brandenburg) eingebaut ist. Alles andere fiel am 21. März 1687 um 12:00 Uhr einem Brand durch Blitzschlag zum Opfer. Der Wiederaufbau dauerte von 1695 bis 1702. Die Innenausstattung (Kanzel, Emporen, Altar und zwei Glocken) zog sich bis 1717 hin. Die Kanzel erwarb man ca. 1699 wahrscheinlich von der Kirchengemeinde Ipsheim für 20 Gulden. Welche Verwendung sie vorher hatte, ist unbekannt. Die 18 Bilder auf Leinwand im Kirchenschiff an der Brüstung der Empore stammen von dem Maler Christoph Rösler und entstanden in den Jahren 1701 und 1702. Sie stellen biblische Geschichte dar. Dieser Maler schuf auch Bilder für die Kirchengemeinden Ipsheim, Dachsbach, Uehlfeld, Urfersheim und Wilhermsdorf.
Eine dritte Glocke konnte durch Stiftung des Schulmeisters Martin Dennler im Jahr 1745 beschafft werden. Gleichzeitig wurde eine neue Orgel eingebaut. 1722 wurde die Sakristei an die Nordseite der Kirche angebaut.
Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre erhielt die Bergkirche eine Stromversorgung. Ihre Innenrenovierung erfolgte von 1986 bis 1988, die Außenrenovierung mit Anlegung des Kirchenweges dauerte von 2014 bis 2016. Der Haupteingang ist nun barrierefrei. Gottesdienste finden in der Bergkirche von Ostern bis zur Kirchweihe im Oktober sowie an Weihnachten und Silvester statt.

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