17. Vier Mühlen

Die Oberndorfer Mühle

Die Mühle wurde historisch erstmalig im Jahre 1394 bzw. 1398 genannt. Im Laufe der Jahrhunderte gab es viele Besitzerwechsel.

1796 übernahm Johann Michael Wittig die Mühle, von dem überliefert ist, dass er einmal in Amerika war, was in dieser Zeit natürlich etwas ganz Besonderes war. 1958 wurde der Mühlenbetrieb dann eingestellt. Die jetzigen Besitzer kauften die Mühle in den 1960er Jahren.

Sie ist ein Schmuckstück unter den Mühlen im Landkreis und seit mehr als 30 Jahren im Familienbesitz und das Mühlengebäude wurde vor wenigen Jahren gründlich saniert. Durch den Vorbesitzer wurde das Malrecht noch bis zum Schluss ausgeübt und viele ältere Bürger aus der Gegend erinnern sich noch, dass sie in der Oberndorfer Mühle ihr Mehl gemahlen hatten. Auch wenn sich das unterschächtige Mühlenrad zur Zeit nicht dreht, ist das Mühlengebäudes schon oft Motiv für Bilder gewesen.

In den Räumen der ehemaligen Scheune wurde nach der Sanierung die Werkstatt der Pelz-Bekleidungs GmbH untergebracht. Hier arbeiten Frau Zeitz und ihre Tochter in einem kleinen Familienbetrieb Pelzmäntel und -jacken in moderne Pelzbekleidungsstücke um oder fertigen neue Pelzmäntel oder -jacken.

Im Hof des Anwesens ist seit einigen Jahren von Anfang Mai bis Ende September ein romantisches Gartenkaffee untergebracht. Außer Dienstag kann man dann in der Zeit von 13.00 bis 20.00 Uhr unter dem romantischen Rauschen des Windes in den Pappeln und beim Geschnatter der zahlreichen Wildenten, die von der Familie Lampe regelmäßig gefüttert werden, hausgebackene Kuchen und Kaffee oder Eis genießen. Aber auch eine fränkische Brotzeit mit Ipsheimer Wurst und dem leckeren Mühlenbrot zusammen mit Ipsheimer Weinen oder anderen Getränken wird angeboten. Da die Oberndorfer Mühle direkt am Radweg "Bamberg-Rothenburg" liegt, zählen insbesondere Radfahrer zu den Gästen.

In einer Ferienwohnung am Eingang des Mühlenanwesens kann man sich auch länger einmieten, um die romantische Kulisse zu genießen oder sich beim Angeln in der Aisch zu entspannen.

Die Eichmühle

Rückblick

Im Aischtal zwischen dem Markt Ipsheim und dem Ortsteil Oberndorf liegt, eingebettet in grünen Wiesen, die Eichmühle. Die Juden Gabriel Gutmann und Bernhard Sämann hatten sie im Januar 1905 von dem Besitzer, Martin Scheller, für 38.000 Mark gekauft.

Für die Mühle fand sich wegen der schlechten Wege kein Käufer. Im Oktober tauschten die Eheleute Wilhelm und Appolonia Popp ihr Anwesen in Trautskirchen gegen die Mühle und mussten 8.500 Mark aufgeben. Ein schwerer Schlag traf sie, als in der Nacht vom 6. auf den 7. April 1909 das Haus und die dazugehörige Mühle abbrannten. Das Übergreifen des Feuers auf die Säge konnte die Feuerwehr gerade noch verhindern.

Das Wohnhaus, das 1909 im Sommer unter großen Entbehrungen wieder aufgebaut wurde, bekam bereits 1929 elektrisches Licht.

Eine neue Wasserkraftturbine wurde 1946 eingebaut, um die Effizienz der Wasserkraft noch besser zu nutzen. Die Turbine unterstützt heute noch das bestehende Sägewerk.

Der landwirtschaftliche Betrieb wurde 1955 - 1968 von Willi und Elise Popp erweitert, um das zweite Standbein, die Landwirtschaft, zu erhalten.

1976 übernahmen die Eheleute Wilhelm und Lisa Popp den landwirtschaftlichen Betrieb.

Ausblick

Im Frühjahr 2000 übernahm die älteste Tochter, Tanja Zeller, mit ihrem Ehemann Hermann die Eichmühle mit dem landwirtschaftlichen Betrieb. Wilhelm Popp betreibt weiterhin das Sägewerk am Mühlenbetrieb und die Schafhaltung.

Die Mühle zu Ipsheim

Wie wir aus alten Aufzeichnungen entnehmen können, wurde im Jahre 1414 eine Rossmühle erbaut und betrieben. Anno 1754 entstand das heute noch bestehende Mühlengebäude direkt an der Aisch. Im Jahre 1850 erscheint der Name Düll erstmals in der Geschichte der Ipsheimer Mühle. Michael Düll heiratet die Tochter des Mühlenbesitzers Johann Eitel. Um 1900 wird die alte Rossmühle abgerissen und ein neues Stall- und Scheunengebäude erbaut. Fast 30 Jahre später entschließt sich die Familie Düll, ein Sägewerk zu bauen. Margarete und Ulrich Düll betreiben Mühle und Sägewerk mit großem Fleiß. Ihrer Ehe entstammen 3 Söhne, Hans, Herbert und Gerhard. Der älteste Sohn Hans erlernt den Müllerberuf und übernimmt mit seiner Ehefrau Lina den elterlichen Hof. Im Rahmen der Mühlenstilllegung wird 1960 die Mühle stillgelegt und die Landwirtschaft erweitert. Ende der sechziger Jahre geht Hans Düll neue Wege. Er beginnt neue Weinberge anzulegen und steigt 1971 in die Selbstvermarktung ein.

In den Jahren 1975 bis 1981 beginnt Hans Düll die Mühle innen und außen zu renovieren. Aus seiner Ehe mit Lina Düll gehen 2 Söhne, Hans und Herbert hervor. 1986 übernimmt Sohn Herbert mit seiner Ehefrau Ruth den Hof. Ihrer Ehe entstammen Sohn Thomas und Tochter Annette. Die Landwirtschaft tritt zu Gunsten des Weinbaus in den Hintergrund. 1997 entschließt sich Sohn Thomas in die Fußstapfen des Vaters zu treten. Er beginnt eine Winzerlehre, die er im Juli 2000 mit gutem Erfolg abschließt.

Große Schlagzeilen machte der Wein der Familie Düll, als ihn die fränkische Weinkönigin Martina Riedel im Mai 1997 mit nach Japan nahm.

Eine Mühle im Wandel der Zeit. Viele Menschen haben auf dem Hof gelebt und seine Geschichte beeinflusst. An die Mühle erinnert heute noch das Mühlenzeichen auf dem Eckbalken des Hauses.

Die Nundorfer Mühle

Die Nundorfer Mühle wurde urkundlich erstmals 1317 erwähnt. Der Name bedeutet "bei den undürftigen (keinem Bedarf entsprechenden = wenig ertragreichen) Böden". Diese Tatsache weist auf das seinerzeit noch vorwiegend mit Gras und Schilf bewachsene Umland der Mühle an der Aisch hin.

1590 wird dem Müller das Amt des Wassergrafen übertragen. In der Mühle wurde nicht nur Getreide vermahlen, sondern zeitweise auch Ölsaaten verarbeitet.

Nach wechselvoller Geschichte und vielen Besitzerwechseln wurde sie von ihrem jetzigen Eigentümer erworben. Sie befand sich damals in einem absolut desolaten Zustand. Die Gebäude und Anlagen wurden in mühevoller, jahrelanger Eigenleistung restauriert und nach alten Bildern und Planunterlagen in den jetzigen Zustand versetzt.

Zwischen 1964 und 1969 wurde der Mahlbetrieb endgültig aufgegeben.

In diesem Jahr wurde die 1923 anstelle des alten Wasserrades eingebaute eingebaute Franzisturbine generalüberholt und versorgt die Mühle mit eigenem Strom. Die überschüssige Stromerzeugung wird in das öffentlichen Stromnetz eingespeist. Im September fand das erste Mühlenfest statt, an dem der breiten Öffentlichkeit die "neue" Nundorfer Mühle mit ihrer Wasserkraftanlage sowie verschiedene Energiegewinnungsmöglichkeiten (Nutzung von Wasserkraft, Windkraft, Solarenergie, Biogasanlagen und Pflanzenölnutzung als Autoantrieb) vorgestellt wurden.

Die Nundorfer Mühle ist in Privatbesitz und bewohnt. Eine Besichtigung ist daher leider nicht möglich.

 

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